Auch die folgenden Bilder haben Sie bei uns wahrscheinlich schon einmal gesehen: Der Blumengarten von Lola und Heinz Schneider. Seit über 40 Jahren sind die beiden hier auf Teneriffa. Sie leben in einem kleinen Fischerdorf in der Nähe der Hauptstadt Santa Cruz, in San Andres. Hier, bei Lola und Heinz haben wir bislang während unserer Arbeit immer gewohnt.

Die Häuser in ihrem Garten, insgesamt gibt es vier, kann man mieten (Tel.: 0034 – 922 549 016). Das hier ist, wie wir meinen, besonders schön: Ein Holzhäuschen mittendrin im Blumengarten, gebaut auf einem alten Pool.

Pflanzen, Blumen und Blüten, an denen man sich kaum satt sehen kann. Hier im Garten von Lola und Heinz versteht man, warum die Kanarischen Inseln auch “Inseln des ewigen Frühlings” genannt werden!

Versteinert wie eine Statue aus Beton: Kaum angekommen, steht Oskar hochkonzentriert neben dem Pool und starrt minutenlang auf´s Wasser. Was ist los, warum macht er das?

     
Alles klar, wir hatten vergessen, wie schlau er ist: Er erinnert sich an den Beginn der Tests im Frühjahr 2016! Im Pool gibt´s Fische. Ob man die vielleicht fressen kann?

Heinz Schneider und seine Frau Lola. Seit über 40 Jahren wohnen die beiden hier auf Teneriffa.

     
Ein dicker Betonklotz bei Lola und Heinz im Wohnzimmer: Der dicke Brocken war mal Teil von einem riesigen Parkhaus. Und warum das Teil hier rumliegt? Was Sie jetzt gleich lesen werden, wird Sie schwer beeindrucken. Versprochen!

Auch vom nahegelegenen Strand haben wir Ihnen schon einmal Fotos gezeigt: “Playa de las Teresitas” heißt er. Einer der größten Strände auf den Kanarischen Inseln. In dem Dorf hinten im Bild wohnen Lola und Heinz.

     
Hier zeigen wir Ihnen jetzt endlich, wie Lola zur “Helden von Teneriffa” wurde: Sehen Sie den nicht ganz fertig gestellten Betonbau auf dem linken Bild? Es ist ein riesiges Parkhaus. Das Foto ist ungefähr zwei Jahre alt. Das rechte Foto hingegen ist aktueller, wir haben es im Dezember des vergangenen Jahres gemacht. Das Parkhaus ist auf einmal wieder weg. Was ist da unten am Strand passiert?

Hier kommt jetzt kommt die Erklärung: Das überdimensionierte Parkhaus war das erste Bauwerk einer riesigen Anlage die weit ins Hinterland gehen sollte: Ein großes Tourismuszentrum mit mehreren Hotels und einem Shoppingcenter.

     
Fotos aus einem Werbeprospekt: So sollte die Anlage später einmal aussehen.

So weit so gut: Vor dem Hintergrund, dass auch der Norden der Insel touristisch erschlossen werden soll, klingt das alles bislang nicht ungewöhnlich.

Die Besonderheit, die jetzt folgt hat es allerdings wirklich in sich: Die für den Bau zuständigen Politiker aus der Inselhauptstadt Santa Cruz waren korrupt, sie haben sich bestechen lassen. Weder für das Parkhaus, noch für das Touristenzentrum gab es eine gültige Baugenehmigung. Die Anwohner, unter anderem Lola und Heinz, sollten enteignet und vertrieben werden.

Anders als viele Nachbarn, hat sich Lola aber nicht einschüchtern lassen: Zusammen mit anderen Umweltaktivisten und Freunden aus der Umgebung hat sie sich gewehrt. Lola hat eine Bürgerinitiative gegründet und gekämpft. Spektakulärste Aktion: Um zu verhindern, dass die Bäume in der Nähe der Baustelle gefällt werden, hat sie sich an einen Baum gekettet. Das Interesse der Medien war ab jetzt natürlich riesengroß!

Der jahrelange Kampf hat sich bezahlt gemacht: Die verantwortlichen Politiker und die Bauunternehmer wurden verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Und das Parkhaus wurde letztes Jahr im Herbst schließlich abgerissen.

Lola´s Kampf hat sich gelohnt, sie hat sich durchgesetzt. Aus ihrem jahrelangen Engagement kann man viel lernen: Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!

Fällt Ihnen in Ihrem Umfeld oder auch in der Politik etwas ähnlich ungerechtes ein? Stehen Sie auf und wehren Sie sich! Wer immer nur zu Hause sitzt und alleine vor sich hin schimpft, der erreicht gar nichts. Wer sich engagiert, der wird belohnt. Und wenn es nur für das eigene Gewissen ist: Denken Sie an den Erfolg von Lola. Mut und Stehvermögen zahlen sich aus!

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