Bei einer normalen Farbe ist es so: Man macht die Dose auf und legt los: Gleich nach dem Aufrühren wird gepinselt oder gespritzt.

Bei unserem Steinschlagschutz BODY ist das anders. BODY ist unser einziges Produkt, das mit einem Härter angemischt wird. Die Farbe, die dann aufgespritzt wird besteht also aus zwei Komponenten: Kurz vor der Verarbeitung der Farbe wird Härter hinzugegeben und eingerührt. Im Profibereich nennt man so etwas dann eine “2 K Farbe”.

Wie genau dies funktioniert, können Sie in den anderen Artikeln im Kapitel “Produkte” unter “BODY” nachlesen.

In diesem Text geht es nicht primär um die Verarbeitung von unserem Steinschlagschutz, sondern eher um mögliche Fehler bei der Vorbereitung. Der beigemischte Härter in unserem 2 K Steinschlagschutz bewirkt, dass sich die Farbe deutlich schneller vernetzt als sie es vielleicht kennen! Die Beschichtung ist dann nicht nur relativ schnell grifffest, sondern auch nahezu gasdicht. Jetzt wird’s spannend, denn wegen dieser Besonderheit gilt es bei der Verarbeitung so einiges zu beachten!

TimeMAX BODY sollte prinzipiell nur auf einem komplett durchgetrockneten Untergrund verarbeitet werden!

Im normalen Werkstattbetrieb mit relativ jungen (und deshalb noch nicht so stark verrosteten Fahrzeugen) ist dies kein Problem. Egal, wie alt oder neu die Fahrzeuge auch sind: Die bei der Produktion aufgetragenen Farbschichten am Unterboden sind auf jeden Fall durchgetrocknet.

Wenn man aber, wie z. B. bei einem angerosteten Gebrauchtwagen, vor dem 2 K Steinschlagschutz einen einkomponentigen, also langsam trocknenden Rostschutz aufgetragen hat, muss man beim Verarbeiten aufpassen!

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Sehen Sie die Blasen in unserem transparenten Steinschlagschutz? Es sind die ausgegasten Lösemittel aus dem vorher aufgetragenen Rostschutz. Fehler: Der einkomponentige Rostschutz war noch nicht komplett durchgetrocknet.

Jetzt ist Konzentration angesagt: Es muss sichergestellt werden, dass der (naturgemäß recht langsam trocknende) 1 K Rostschutz komplett durchgetrocknet ist. Sonst kann es passieren, dass der 2 K Steinschlagschutz runzelig wird und Blasen bildet. Die Ursache hierfür ist einfach: In den Blasen sind die ausgegasten Lösemittel aus dem vorher aufgespritzten einkomponentigen Rostschutz! Erinnern Sie sich? 1 K bedeutet, dass die Beschichtung keinen Härter enthält und deshalb sehr langsam trocknet.

Was kann man tun, damit eine einkomponentige Farbe schneller trocknet?

-In jedem Fachbuch für Korrosionsschutz steht, dass die Schichtstärke großen Einfluss auf die Haltbarkeit hat. Diesem Grundsatz möchten wir natürlich nicht widersprechen. Wir möchten Ihnen jedoch nahelegen, die gewünschte Schichtstärke in möglichst vielen Arbeitsgängen nacheinander aufzutragen. Nur so haben besonders die zuerst aufgebrachten unteren Schichten die Chance vernünftig durchzutrocknen.

-Wer vor dem Auftragen von unserem 2 K Steinschlagschutz als zusätzlichen Rostschutz eine einkomponentige Beschichtung, wie z. B. TimeMAX UBS Clear oder TimeMAX COLOR verwendet, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass die aufgetragenen Schichten relativ dünn sind. Sonst sind sie möglicherweise unten noch zu weich und nicht komplett durchgetrocknet.

-Nehmen Sie beim Aufspritzen eine Pistole mit einer relativ kleinen Düse. Bei einigen Pistolen ist es auch möglich, die Düse vorne weiter zuzudrehen. Alternativ kann man eine sogenannte Füllerpistole verwenden. Diese Pistolen haben wesentlich kleinere Düsen als Unterbodenschutzpistolen.

-Geben Sie den aufgetragenen Schichten die nötige Zeit zum Durchtrocknen. Gemeint ist hiermit folgendes: Arbeiten Sie nicht unter Zeitdruck und spritzen Sie die Schichten deshalb nicht alle an einem Tag. Besonders die erste Schicht sollte immer eher dünn gespritzt werden und wirklich gut durchtrocknen! Generell gilt: Je mehr Zeit Sie zwischen den einzelnen Schichten verstreichen lassen, desto besser!

-Weil wir in unserer relativ großen Werkstatt keine Platznot haben, ist es bei uns kein Problem, die Wagen der Kunden länger auf den Bühnen zu lassen. Aus diesem Grund lassen wir besonders der ersten Schicht ausreichend Zeit zu trocknen. Je nach Schichtdicke sind es ein bis drei Tage pro Schicht. Wichtig zu wissen: Diesen Aufwand betreiben wir natürlich nur, wenn anschließend ein 2 K Komponente Material auftragen wollen.

-Kälte und feuchte Luft verlangsamen das Trocknen. Einkomponentige Farben trocknen bei geringer Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen deutlich schneller! Auch Luftzug ist sehr hilfreich und beschleunigt das Trocknen. Unsere Mechaniker in der Werkstatt bauen deshalb wenn’s schnell gehen soll unter dem Auto öfter auch mal einen großen Ventilator auf!

-Jetzt noch ein bisschen Mathematik zum Thema Trocknungszeit: Der Zusammenhang zwischen der Schichtstärke und der Trocknungszeit steigt nicht linear, sondern exponentiell: Bei einer doppelten Schichtstärke gibt es also keine doppelte, sondern eine vierfache Trocknungszeit. Bei einer dreifachen Schichtstärke bedeutet dies dann aber, dass die Trocknungszeit gleich um das 16-fache steigt! Diese auf den ersten Blick vielleicht verwirrende Regel gilt übrigens nicht nur für unsere, sondern für alle einkomponentigen Farben.

-Nicht alle einkomponentigen Farben trocknen gleich schnell. Nach unserer Erfahrung kann TimeMAX COLOR schneller mit einem zweikomponentigen Material überlackiert werden, als zum Beispiel TimeMAX UBS Clear.

-Noch ein Tipp zum Schluss: Viele Werkstätten die BODY verarbeiten, lassen aus Zeitgründen die ersten Schichten mit UBS Clear oder Color einfach weg. Der Korrosionsschutz ist schon allein durch BODY hervorragend und über jeden Zweifel erhaben. In diesen Fällen wird der Steinschlagschutz in den Radhäusern dann aber nicht in zwei, sondern in drei oder sogar vier Schichten aufgebracht.